Auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

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Wegende

Gestern um 23:10 Uhr ist meine Schwiegervater seinen Weg zu Ende gegangen. Es war friedlich, seine ganze Familie war bei ihm. Er war bis zum Schluß im Kopf ganz klar……. Meine Schwiegermutter hatte sich gerade neben ihn gelegt, sie benötigte dringend ein bisschen Ruhe………er wollte sie noch ansehen, schaute nochmal seine Kinder an und lächelte…dann war sein Weg zu Ende.

Die Stimmung war ruhig…..es wurde gemeinsam geweint….miteinander erzählt…ein bisschen gelacht….und immer wieder ging jemand Abschied nehmen…..ich habe lange mit meiner Schwiegermutter bei meinem Schwiegerpapa gesessen……bis um 2:00 Uhr waren ER und ich noch dort, dann sind wir 500 m weiter nach Hause gegangen. Die anderen sind in der Nacht noch bei der Schwiegermutter geblieben. Heute morgen kam dann der Arzt und schon das Bestattungsunternehmen. Dinge wurden ausgesucht und die Trauerfeier organisiert. ER hatte nur wenig geschlafen und war schon früh wieder bei seinen Eltern.

Meine kleine Tochter hat die Nachricht gefasst aufgenommen, sie konnte sich gestern Nachmittag noch verabschieden. Die Große haben wir später in der Klinik angerufen, sie reagierte wie erwartet.

Ich habe zum ersten Mal erlebt, das jemand im Kreis seiner Familie gestorben ist. Es war würdevoll und unglaublich bewegend. ER verliert einen Papa, der immer für einen guten Rat oder eine Diskussion zu haben war.

Menschen gehen Wege

Der Schwiegervater geht seinen Weg langsam zu Ende. Trotz ihrer Differenzen untereinander sind seine Kinder alle für ihn da, es wird sich abgewechselt bei der Betreuung der Eltern. Doch das Danach wird mit Sicherheit große Probleme bereiten – darüber sind ER und ich uns schon einig.

Meine Tochter findet ihren Weg noch nicht – sie ist in der Woche in einer Klinik für ihre Probleme, am Wochenende Zuhause fällt sie in ihre alten Verhaltensmuster zurück…und wir sind wieder ratlos….