Auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

Lebensentdeckung

Derzeit habe ich ganz viele Entdeckungen, was wieder möglich ist in Zukunft – und diesmal sind es keine Träume oder Vielleichts, sondern schon fast Tatsachen:

– gestern bei Freunden konnte ich wieder gut am Tisch mit der Eckbank im Erker sitzen ( sehr auf unsere Freunde zugeschnitten)
– ich werde bald wieder in unsere Badewanne passen …..mir war gar nicht bewusst, wie sehr ich ein schönes Bad vermisst habe
– Einfach Schuhe kaufen, sie passen zunehmend besser
– Schlafen im Wasserbett ist kein Problem mehr, ich schlafe wieder wie ein Baby
– ich kann wieder im Saunaruheraum schlafen….ich schnarche nicht mehr
– der Hamburg Stadtbummel rückt immer mehr in den Bereich des möglichen
– auch der Verzicht auf das ständige Tragen der Kompressionsstrümpfe wird immer wahrscheinlich er

All diese Gedanken und noch viel mehr treiben mir im Moment oft die Tränen in die Augen, ich fange wieder an zu leben…….

Woche 2 nach OP

In den letzten Tagen stand das Gewicht auf einer Stelle, ich denke mein Körper meint gerade ein bisschen in den Hungermodus zu gehen…..aber ich denke ich komm da bald wieder raus.
Seit heute Esstisch gut gekaut/breiig, und es bekommt mir gut – heute zum ersten mal gedämpften Fisch Und Gemüse…..

Im Moment sind meine Gedanken immer noch zu sehr beim Essen…..gar nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen, Essen und Trinken zu trennen.

Isch hab Kreislauf

Boah, mein Kreislauf läuft heute absolut eckig…..nur eben Kind von der Schule abgeholt und zu Aldi gefahren, Kühlschrank auffüllen…..schon im Laden merkte ich wie es mir wieder so komisch wurde….also jetzt ist Schluss für heute, ich verbring den restlichen Tag mal gaaaaanz ruhig und lege die Beine hoch…..

Wahnsinn – ich hab mein Sättigungsgefühl entdeckt!
Es ist richtig dieses Drücken im Magen, es signalisiert deutlich „HÖR AUF! SOFORT!!!“ Ich find das richtig gut!
Gestern endlich Zuhause, brach auch direkt und sofort der Alltag auf mich ein…. Ich kann mich nicht auf die Couch schmeißen und ausruhen, wenn es um mich drumherum genug Arbeit gibt- also hab ich mich nach einer Verschaufpause an den Haushalt gewagt. Wirklich nur das Alltägliche…..aber ich habe langsam gemacht!
Meinem Kreislauf hat aber die Dusche zum Schluss überhaupt nicht gefallen er ging in die Knie 😦 Nach kurzer Zeit mit Beinehoch ging es langsam wieder….Heute werde ich es ruhiger angehen lassen…

Ab nach Hause

Heute geht es endlich nach Hause. Mir geht es sehr gut, einzig die Naht mitten auf dem Bauch zwickt….aber ich fühl mich sehr wohl – die Waage zeigt ein Minus von 7 kg -ich freu mich sooo.

In den letzten beiden Tagen ist nicht mehr viel passiert, langsamer ….sehr langsamer Kostaufbau- und alles bisher vertragen. Es fällt mir noch schwer das Sättigungsgefühl zu erkennen, aber ich denke im Laufe der Zeit wird auch das besser.

Gestern kam dann eine neue Bettnachbarin aufs Zimmer, die auch einen Schlauchmagen erhält. Da konnte man sich sofort austauschen und quatschen, wir haben viel gelacht. Da sie in meiner Nähe eine Selbsthilfegruppe gegründet hat, werden wir uns vielleicht nochmal treffen.

Nach Op

Der Freitag begann dann mit aufstehen und endlich wurde auch der Blasenkatheder entfernt. Ziemlich schnell war das Schluckröntgen angesagt. Das Zeug schmeckte einfach widerlich, aber ich bin dicht.
Daher gab es dann nach der Visite endlich etwas Tee….schlückchenweise! Ist mir aber sehr gut bekommen.
Auch mit meinem Besuch konnte ich schon für eine halbe Stunde in die Cafeteria gehen, natürlich habe ich dort nichts gegessen oder getrunken. Nur mit meinem Papa drüber nachgedacht, was mit dem entnommenen Magen passiert – er dafür das daraus eine Handtasche wird, mein Vorschlag war ein Fussball – meine Mum fand uns ekelig……
Abends war ich ganz schön ko, aber in der Nacht konnte ich nur wenig schlafen, da mich mein Rücken so ganz ohne Schmerzmittel zunehmend schmerzte. Für meinen Bauch brauchte ich da schon nix mehr. Das Liegen war eine Qual, bin ja eigentlich ein Bauchschläfer und konnte nur für ein paar Minuten auf der Seite liegen, auch das Bett verstellen brachte nicht viel.

Samstag = Wochenende – trotzdem bekam ich meinen Arzt zu sehen, er war weiterhin zufrieden mit meinem Heilungsverlauf und begeistert, das ich schon so fit bin.
Also gab er auch die Order die Drainage zu ziehen, wurde auch sehr schnell und vollkommen schmerzfrei durch eine Schwester erledigt. Damit stand dann auch dem vollständigem Duschen am nächsten Tag nix mehr im Wege……

Der Sonntag begann wie der Samstag, nur wenig geschlafen und ziemliche Rückenschmerzen, dadurch war ich dann auch einigermaßen niedergeschlagen als Doc Schumann kam, aber nach seiner Anordnung, das Trinken unbegrenzt und die Infusion ab könne war ich schon mal wieder obenauf, zusätzlich verordnete er mir mein gewohntes Schmerzmittel (Ibuprofen) als Zäpfchen, auch ne Schlaftablette solle ich doch heute Abend nehmen, wäre gar kein Problem, da es eine Kapsel zum aufbeißen sei.
Ein Zäpfchen konnte ich sofort nehmen und nach gut einer Stunde ging es mit mir aufwärts. So konnte ich dem Besuch von Mann und Tochter freudig entgegensehen.
Und tatsächlich bekam ich zum Abend die erste klare Brühe – endlich mal ein anderer Geschmack, wobei ich es nicht schaffte, die Portion aufzuessen.
Etwas merkwürdig war in den ganzen Tagen bisher meine Körpertemperatur, Immer wieder lag sie über 37, 5 – mit einem Ohrthermometer gemessen, dieses habe ich allerdings bei uns schon vor Jahren in die Tonne geschmissen, weil es bei mir eine zu hohe Temperatur anzeigte, immer…..allerdings macht man sich in so einer Situation schon seine Gedanken und hofft, das es keine Komplikationen gibt und der Magen dicht bleibt.
Überrascht hat mich heute, das ich schon wieder etwas belastbarer geworden bin und der Bauch sich eigentlich nur noch wie Muskelkater anfühlt.

Die Nacht war nach einer Schlaftablette relativ ruhig. Gegen 7:00 Uhr wurde ich geweckt, musste meine Blutdruckmedikamente nehmen und konnte Duschen gehen. Um 7:30 Uhr gab es schon die Prämedikation. Danach hieß es nicht mehr aufstehen. Aber in dem hübschen Nachthemd mit hinten offen, wollte ich dies auch nicht mehr wirklich.
Um 8:00 Uhr wurde ich in den OP Bereich gebracht. Dort musste ich auf den Op-Tisch klettern und wurde in den Op-Saal gefahren. Um mich herum wuselten jede Menge freundlicher Menschen, ich bekam einen Zugang gelegt. Kurz bevor ich die Atemmaske aufgesetzt bekam, schaute ich nochmal auf die Uhr – 8:20 ……und weg war ich…..

Als ich wieder wach wurde war es ungefähr 11:30 Uhr, sicher bin ich mir aber nicht mehr. Ich lag wieder in meinem Bett und ich wurde nach Schmerzen befragt- ja, hatte ich. Also gab es ein nettes Mittelchen und ich war wieder weggebeamt. Das mein Mann da war, habe ich aber registriert und wir haben auch irgendwas gesprochen. Mit und mit wurde ich aber wacher und nahm auch meine Umwelt wieder wahr. Immer wieder wurde ich nach Schmerzen befragt und bekam jedesmal was. Abends konnte ich mich schon auf die Bettkante setzen, mich war nicht übel und auch keine Kreislaufprobleme, nur schwach irgendwie.
In der Nacht habe ich immer mal wieder ein bisschen geschlafen, besonders nach dem netten Morphin.
Am Morgen konnte ich mich sogar schon in einen Stuhl setzen und etwas frisch machen- was für eine Wohltat.
Auch mein Doc besuchte mich und erzählte mir, das alles ohne Komplikationen abgelaufen sei und er gut operieren konnte.
Gegen Mittag kam ich dann wieder in mein Zimmer, dort schlief ich immer nochmal ein. Trinken gab es noch nicht. Zwischendurch bin ich immer mal wieder aufgestanden, allerdings noch mit Hilfe.