Auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

Archiv für September, 2010

Vermessen und Begutachtet

Heute war ich dann endlich bei dem ärztlichen Gutachter der Rentenversicherung. Meine Einschränkungen wurden vermessen und dokumentiert. Der Gutachter war freundlich und sehr sachlich, es erfolgt keinerlei Bewertung. Jetzt heisst es wieder warten, das die Rentenversicherung sich regt….

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Gespräche

Geahnt habe ich es schon die ganze Zeit – J. hat Depressionen.  Gestern hatten wir ein Gespräch mit den behandelnden Ärzten. In der Zeit, seitdem sie in der Klinik ist hat es keine signifikanten Veränderungen ihrer Stimmungslage und Probleme gegeben. Jetzt wird überlegt, ob Antidepressiva eingesetzt werden. Aber erst nach einem Schlafentzug EEG – da das EEG dort angeblich auf  Krampfanfälligkeit hinwies.

Leider gibt es für Jugendliche ein zugelassenes Antidepressiva – deshalb sind die Möglichkeiten in dieser Hinsicht stark eingeschränkt, wenn es nicht funktionieren sollte.

Mir ist klar, das die Medikation eine Krücke für sie ist – die Therapie ist der wichtigere Anteil.

Mittwoch

Heute habe ich nahe am Wasser gebaut – alles ist mir zuviel.

Es ist nicht leicht, auch wenn der Schwiegervati friedlich eingeschlafen ist. Aber es war ein langer, schwerer Weg dorthin.

Hätte man noch etwas tun können? Ja, hätte man – aber viel, viel früher….vor 30 Jahren kannte man die Gefahren von zu hohem Blutdruck und (mehr …)

Wegende

Gestern um 23:10 Uhr ist meine Schwiegervater seinen Weg zu Ende gegangen. Es war friedlich, seine ganze Familie war bei ihm. Er war bis zum Schluß im Kopf ganz klar……. Meine Schwiegermutter hatte sich gerade neben ihn gelegt, sie benötigte dringend ein bisschen Ruhe………er wollte sie noch ansehen, schaute nochmal seine Kinder an und lächelte…dann war sein Weg zu Ende.

Die Stimmung war ruhig…..es wurde gemeinsam geweint….miteinander erzählt…ein bisschen gelacht….und immer wieder ging jemand Abschied nehmen…..ich habe lange mit meiner Schwiegermutter bei meinem Schwiegerpapa gesessen……bis um 2:00 Uhr waren ER und ich noch dort, dann sind wir 500 m weiter nach Hause gegangen. Die anderen sind in der Nacht noch bei der Schwiegermutter geblieben. Heute morgen kam dann der Arzt und schon das Bestattungsunternehmen. Dinge wurden ausgesucht und die Trauerfeier organisiert. ER hatte nur wenig geschlafen und war schon früh wieder bei seinen Eltern.

Meine kleine Tochter hat die Nachricht gefasst aufgenommen, sie konnte sich gestern Nachmittag noch verabschieden. Die Große haben wir später in der Klinik angerufen, sie reagierte wie erwartet.

Ich habe zum ersten Mal erlebt, das jemand im Kreis seiner Familie gestorben ist. Es war würdevoll und unglaublich bewegend. ER verliert einen Papa, der immer für einen guten Rat oder eine Diskussion zu haben war.

Menschen gehen Wege

Der Schwiegervater geht seinen Weg langsam zu Ende. Trotz ihrer Differenzen untereinander sind seine Kinder alle für ihn da, es wird sich abgewechselt bei der Betreuung der Eltern. Doch das Danach wird mit Sicherheit große Probleme bereiten – darüber sind ER und ich uns schon einig.

Meine Tochter findet ihren Weg noch nicht – sie ist in der Woche in einer Klinik für ihre Probleme, am Wochenende Zuhause fällt sie in ihre alten Verhaltensmuster zurück…und wir sind wieder ratlos….