Auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

Archiv für Juli, 2010

Ruhe vor dem Sturm

Alles schläft hier noch, es ist ruhig hier. Der große Hund liegt in seinem Korb und schnarcht. Der Kleine wuselt schon mit mir durchs Haus. Es ist angenehm kühl draußen, drinnen ist es stickig und trotz Luftquirl unangenehm warm. Ich habe alle Fenster und Türen zum lüften aufgerissen…

Ich werde ihre Befindlichkeiten nicht mehr in den Mittelpunkt stellen – denn es ist nicht gut für sie und auch nicht für mich. Sie hat etwas schlimmes erlebt, trotzdem muss sich nicht alles um sie drehen. Es wird ihr geholfen, gegen ihre Migräne haben wir ein Medikament gefunden, das ihr hilft.

Schon die Unterstützung und die Absprachen, die ER und ich getroffen haben, entlasten mich. Ich fühle mich besser, mein Blutdruck ist wieder in normalen Bereichen und ich kann mich auf unsere nächsten Vorhaben freuen!

Seelensupport

Ich bin festgefahren mit meinen Gedanken – durch eine gr0ße Angst um meine Tochter, durch Überfürsorge, nicht umgehenkönnen mit der Situation, dem Gefühl nur das Beste für sie zu wollen, das Befinden von ihr in den Mittelpunkt zu rücken….und wenn man morgens aufsteht und direkt über die gleichen Sachen nachgrübelt, mit denen man eingeschlafen ist, ist das ganz übel. Und dann kommt noch eine Pubertierende dazu, solche Dinge gnadenlos ausnutzt, die tracktiert und ausreizt bis zum Ende….und schon ist man als Mutter gefangen in einem Kreislauf aus Frust, Wut und Traurigkeit.

Meine Seele und mein Körper sagen dann irgendwann: STOPP! Meist steigt mein Blutdruck an – GsD nicht astronomisch hoch, aber doch so das ich mich deutlich unwohl fühle, habe Kopfschmerzen und komme mit meinen dauerdem Rückenschmerzen überhaupt nicht mehr klar. Mein Kloß im Hals will auch nicht mehr kleiner werden und ich habe sehr nah am Wasser gebaut.Lachen kann ich kaum noch, ich lächle zwar aber es erreicht meine Seele nicht.

Aber es gibt Menschen, die merken, wenn es mir schlecht geht. Die mir helfen wollen, wieder aus meinem Loch hervorzukommen, mir Denkanstöße geben – nicht immer bequem, aber meist erfolgreich…..

Gedrückte Stimmung

  • das große Kind macht eine ambulante Therapie – erstmal, bis ein stationärer Platz frei ist. J. und ich sind uns im großen und ganzen einig, wie es laufen wird.
  • Dem Schwiegervater geht es unverändert schlecht, gerade mit der Hitze kommt er ganz schlecht klar. Wenigstens ist das Bad jetzt fast benutzbar…..
  • und es ist fast nicht zu glauben…ich habe Post von der Rentenversicherung bekommen – ich muss zu einem Gutachter…..und soll mir einen von zwei angegebenen aussuchen.

Gedankenfetzen

  • sind Vorab –  Informationen über den geplanten Aufenthaltsort von fast 16 – jährigen zuviel verlangt?
  • Wie helfe ich meiner Kleinen, die so gar nicht mit Opas Krankheit klar kommt? Ihre Leistungen zum Versetzen sind mehr als grenzwertig….eine Rückstufung steht im Raum. Wir müssen in den Ferien üben….mistig das…
  • Die Große ist zu Zeit aus allen für sie belastenden Situationen herausgenommen….mit offizieller Genehmigung….
  • ER ist dauernd unterwegs – gut fürs Geschäft….

Lungenvolumen 25 %

Heute war mein Schwiegerpapa per Liegendtransport nochmals bei einem Kardiologen. Auch er kann nichts mehr für ihn tun. Die COPD wird ihren Weg weiter gehen. Er wird nicht mehr in ein Krankenhaus gehen, denn es würde keine Verbesserung mehr erreicht werden.

In meinem Beruf habe ich Menschen auf ihrem letztem Weg begleitet – meistens selber mit einer gewissen Trauer und Hilflosigkeit. Es ist bei einem vertrauten und geliebten Menschen etwas ganz anderes. Aber es ist auch eine Chance, ihm noch ein paar schöne/runde  letzte Wochen/Monate zu machen

Urlaub

nicht mehr lange und es geht wieder an unsere geliebte Ostsee.

Urlaub bedeutet für mich:

  • keine Arzttermine für mich oder die Kinder
  • einen entspannten Mann an meiner Seite, der nicht mit dem Telefon spricht sondern mit mir
  • lange zusammen frühstücken und Zeitung lesen
  • Sand unter meinen Füßen
  • Meer
  • Kinder, die nicht mehr blaß und angestrengt aussehen, sondern erholt wirken

Erleichtert

das unsere Große endlich Hilfe erhalten wird – erstmal ambulant und dann evtl. auch stationär. Alles in allem haben wir einen Lösungsansatz gefunden – hoffentlich fühlt sie sich bald besser, noch müssen wir Angst um sie haben und laut Ärztin gut auf sie aufpassen.

Ihre Kopfschmerzen sind eindeutig Migräne in der heftigen Form – GsD spricht sie gut auch Sumatriptane an.

Auch scheint sich das Verhältnis zwischen uns zu entspannen – wir können wieder miteinander reden, zumindest zeitweise…….