Auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke

Ja, als exam. Altenpflegerin war ich teilweise sogar für fast 40 Bewohner allein verantwortlich. Wie ich ja schon vom Nachtdienst geschrieben habe. Hier schrieb Intensivling er könne das nicht. Muß er ja auch nicht. Ich könnte nicht auf einer Intensivstation arbeiten – mir wäre das zuviel Verantwortung…

Ich habe, bis zu meiner Erkrankung, in einem sehr kleinem, familiär geführtem Seniorenheim gearbeitet. Wir hatten zwischen 28 und 38 Bewohner zu betreuen – im Frühdienst sollten wir meist zu 4 Pflegepersonen, davon mind. 1 exam. Altenpflegerin, meist aber 2 – 3 Exen plus eine Betreuungsperson im Frühstücksraum sein. Im Spätdienst sollten wir je nach Bewohnerzahl zu 2 – 3 Pflegepersonen, wovon ja eine das Examen haben mus, zusätzlich eine Person in der Hauswirtschaft sein.  Im Nachtdienst wie schon geschrieben waren wir allein.

So sollte es ungefähr in diesem Haus sein – leider sah die Realität anders aus. Durch diverse Umstände wie Krankheit und Urlaub haben wir oft in geringerer Besetzung Dienst gemacht – das Drama schlechthin, war der Ausfall der Nachtwache. Es ist nicht schön vom kurzem Frühdienst in den Nachtdienst zu springen, weil keiner mehr da ist. Oder am Wochenende richtig krank zu sein und einfach keine andere Examinierte zu finden – obwohl man eigentlich ins nächste Krankenhaus gehört. Aber diesen Personlmangel kennt man auch im Krankenhaus.

Die Bewohner im Altenheim sind ja (meistens) nicht akut krank, eine Rundumbeobachtung ist bei einigen gar nicht erwünscht. Wir hatten so 15 bis 20 Bewohner sie sehr Betreuungsintensiv waren, weil dement, die das Rundumsorglospaket benötigten – die anderen benötigten wenig bis gar keine Beaufsichtigung, natürlich achtete man darauf, das es allen Bewohnern gut ging.Von daher war das mit einer planmäßigen Besetzung gut und in Ruhe zu schaffen.

Aus einer Intensivstation wird erfahrungsgemäß ein anderes Klientel betreut – rund um die Uhr, passiert dort ein Fehler, kann es sehr böse ausgehen…

Ich meine jeder trägt in seinem Bereich, den er irgendwann einmal gelernt hat und wo er  hineingewachsen ist, einen großen Teil Verantwortung. Das es überall schwarze Schafe gibt, brauche ich hier nicht zu schreiben.

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Kommentare zu: "Altenpflege „vs“ Krankenpflege" (1)

  1. Ich kann deine Ansicht wirklich gut nachvollziehen. Mach nur weiter so und geh da hin, wo du dich wohl fühlst!

    LG,
    Moni von Krankenpfleger

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